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Entwicklung

Weißrußland

Bis 1997 gingen in den Anfängen jährlich zwei Transporte nach Pinsk/Weißrußland, einer Stadt, deren Bevölkerung mit dem Unglück von Tschernobyl leben muss. Viele Menschen hatten kein eigenes Einkommen, besonders die Bewohner der Dörfer in den Pripjat-Sümpfen. Diese Region konnte nur in den Wintermonaten bei gefrorenem Boden angefahren werden, weil die schweren Lastwagen sonst eingesackt wären. Später wurden die Transporte in kürzeren Abständen zusammengestellt. Pastor Sawatzky von der Evangeliums-Christengemeinde galt als Kontaktperson. An Bord hatten wir:

Für alle Teilnehmer ein unvergessliche Situation als ein Lieferwagen voller Brot im Dorf entladen wurde und die Frauen vor Freude weinten. Weiter standen auf unseren Ladelisten viele Spenden der Krankenhäuser im Bremer Umland:


Hilfsaktion Bremerhaven

Durch Lola Lenz wurden wir auf den Tanker „Ionian Jade“ aufmerksam gemacht. Dieses Schiff lag an der Kette in Bremerhaven und die Besatzung hatte buchstäblich nichts zu essen. In der Vorratskammer lagen lediglich drei tief gefrorene Enten für 15 Männer – und Weihnachten stand vor der Tür. Wir haben sofort in der Umgebung bei Bauern und Lebensmittelgeschäften um Spenden gebeten und konnten so einen Lieferwagen mit Proviant an Bord bringen. Drei Monate lang, nämlich bis zur Zwangsversteigerung des Schiffes, versorgten wir die Besatzung mit Lebensmitteln. Durch diese Aktion wurden wir immer wieder von russischen Schiffen um Hilfe gebeten. Eines davon war das Segelschulschiff „MIR“ der russischen Marine. Es lag in Bremerhaven vor Anker, weil die Treibstofftanks leer waren. Hilfe und Tat schaffte es durch Spenden 42.000 Liter Treibstoff zu liefern. Am nächsten Tag konnte das Schiff Dank unseres Vereins endlich die Heimreise antreten.
Auch der Fischtrawler „Bagrationowsk“ aus Kaliningrad mit 52 russischen Seeleuten lag dort an der Kette. Über einen längeren Zeitraum versorgten wir die Crew gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen mit Lebensmitteln (siehe auch unter Erlebnisberichte).
Während dieser Zeit wurden wir auf die Not in der russischen Exklave Kaliningrad aufmerksam gemacht. Zu dritt fuhren wir nach Königsberg und erkundeten die logistischen Möglichkeiten und vor allem die Zollformalitäten für Hilfstransporte in dieses Gebiet. Die Zollabfertigung nach Pinsk war schon ein Buch mit sieben Siegeln, in Kaliningrad wussten wir sofort, dass die Zollabfertigung auch hier eine große Herausforderung für uns bedeutete.

Kaliningrad

Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Pinsk besserten sich zusehends, darum konnten wir jetzt den Menschen in der Oblast Kaliningrad, dem ehemaligen nördlichen Ostpreußen, helfen. Bei den ersten Transporten ab September 1997 war die evangelisch-lutherische Propsteikirche unsere Anlaufstelle. Später belieferten wir das Krankenhaus in Svetly (Zimmerbude) und den Verein Samland aus Gwardesk (Tapiau) mit seinem rührigen Vorsitzenden Waldemar Herbst. Außer großen Transporten mit Bekleidung, Lebensmitteln und Hausrat übernahmen wir auch die von der Kirche angeregte Aktion „Eine Kuh für Kaliningrad“. Aus Spendengeldern kauften wir direkt Kühe in Kaliningrad. Insgesamt finanzierten wir einhundert Horntiere.
Weitere Anlaufstellen unserer humanitären Hilfe gehen aus der Ostpreußenkarte „Unsere Zieleorte“ hervor.
Bei der Erlangung der Einreisepapiere gab es im Laufe der Jahre immer größere Schwierigkeiten. Die Zollabfertigung durch die russischen Zöllner dauerte oft mehrere Tage, ein Zustand, den wir nicht hinnehmen wolten (siehe auch unter Erlebnisberichte).

Wir suchten ein weiteres Betätigungsfeld und fanden es im ehemaligen südlichen Ostpreußen, im Ermland und Masuren.

Ermland – Masuren

Über den Landkreis Verden, der eine Partnerschaft zum ehemaligen Kreis Preußisch Eylau unterhält, wurden wir auf die Bedürftigkeit der Partnerstädte Gorowo Ilawckie (Landsberg) und Bartoszyce (Bartenstein) aufmerksam. In beiden Kleinstädten und auch in anderen Orten gibt es noch deutsche Minderheiten, die sich in Vereinen organisiert haben.
Diese „Sozial-kulturellen Vereinigungen der deutschen Minderheit“ sind nun unsere Empfänger, neben vielen anderen Organisationen. Auch diese Empfänger haben wir in der Ostpreußenkarte „Unsere Zielorte“ eingetragen (siehe auch unter Erlebnisberichte).


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